Lehre aus Corona: Inselhotel setzt verstärkt auf Urlauber

Hotel-Chef Burkhard Scholz plant Ausbau von Wellness- und Freizeitangeboten

Von Lena Köpsell

Potsdam. Hotelier Burkhard Scholz macht sich nichts vor. Die Corona-Pandemie hat die Tourismusbranche nachhaltig verändert und einige der Veränderungen werden bleiben, da ist er sich sicher. Die Tagungsräume des Inselhotels auf Hermannswerder werden immer weniger von Unternehmen gebucht, auch Geschäftsreisen nehmen ab. Deshalb will Scholz jetzt umsteuern und sein Hotel in Zukunft noch mehr auf Privatgäste ausrichten.

„Corona hat die Bedingungen verändert. Ich glaube, dass Videokonferenzen auch in Zukunft mehr genutzt werden, weil die Unternehmen dadurch Geld sparen können“, so Scholz. Stattdessen will der Hotelier neue Rückzugsorte für Urlauber schaffen und unter anderem eine Bibliothek bauen lassen. „Im Ohrensessel sitzen, ein Glas Rotwein in der Hand und dabei ein Buch schmökern“, so stellt er sich das vor.

Das Hotelgelände müsse dafür nicht erweitert werden. Scholz möchte eine Lücke zwischen Tagungscenter und Hotel nutzen. Ungefähr 100 Quadratmeter Nutzfläche sollen entstehen, eingeschossig und über das Hotelgebäude erreichbar. Auch im Spa-Bereich will Scholz mehr Platz für Privatgäste schaffen. Dazu soll das Fitnessstudio ausgelagert werden. Es soll in einen neuen Raum im Obergeschoss ziehen, auf dem momentan noch offene Terrassen sind.

Beide Bauvorhaben habe Scholz bereits mit dem Bauamt besprochen, die Verwaltung habe ihm mitgeteilt, dass sie die Erweiterungen befürworte. Scholz sei deshalb zuversichtlich, dass der Bau der Bibliothek schon im Laufe des nächsten Jahres beginnen könnte. Die Erweiterungsabsichten des Inselhotels sollen im Zuge des Bebauungsplans für den Süden der Halbinsel Hermannswerder betrachtet werden.

Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde bereits im Bauausschuss diskutiert. Vor allem die Möglichkeiten einer weiteren Bebauung auf der südlichen Inselspitze haben fraktionsübergreifend für Skepsis gesorgt. Es geht vor allem um Baufelder für die Hoffbauer-Stiftung, die dort der größte Eigentümer ist und eine Pflegefachschule errichten will.

„Sie wecken damit Begehrlichkeiten“, mahnte der Stadtverordnete Ralf Jäkel (Linke) die Verwaltung. Im an die Inselspitze angrenzenden Flora-Fauna-Habitat leben zahlreiche seltene und geschützte Arten. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hält die Belange des Natur- und Klimaschutzes für nicht ausreichend berücksichtigt. Die Verwaltung betont, dass im Laufe des Verfahrens die kritisierten Belange im Detail geprüft werden.

Für seine Bauvorhaben sieht Inselhotel-Chef Scholz keine Bedrohung: „ Wir versiegeln keine zusätzliche Fläche außerhalb des Hotels, sondern verdichten nur innerhalb der Gebäudefläche. Außerdem wird der Anbau an die vorhandene Bausubstanz angepasst. Das wird sich gut einfügen.“ Er befürwortet eine weitere Öffnung der Flächen in Hermannswerder. „Wir haben hier so eine schöne Oase. Solche Vorhaben, wie der geplante Uferweg, bringen das den Menschen näher.“ Aber natürlich müsse kritisch darauf geschaut werden, dass die geplanten Gebäude auch wirklich zu Hermannswerder passen.

In der Vergangenheit hat Scholz mit Bauvorhaben auf seinem Hotelgrundstück eigentlich keine guten Erfahrungen gemacht. Er hatte schon Auseinandersetzungen mit der Potsdamer Verwaltung über ein Saunaboot, eine Pool-Abdeckung, einen Steg, einen Eselstall und einen Holzstapel. Letzterer hat Scholz sogar zu bundesweiten Bekanntheit verholfen. „Es kommen heute noch Gäste vorbei, die unbedingt den berühmten Holzstapel besichtigen wollen“, erzählt er.

Die Stadt hatte 2016 den Abriss des Kaminholz-Stapels verfügt, weil es keine Baugenehmigung gebe. Scholz hatte geklagt. Später einigte man sich auf eine Lösung.

Quellenangabe: Potsdamer Tageszeitung vom 13.12.2021
Foto: Julius Frick

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