Die Küche rockt!

Ich heiße Constantin Schmidt und bin 30 Jahre jung.

Wo haben Sie Ihre Ausbildung absolviert?

Herr Schmidt: Meine Ausbildung habe ich in zwei, dem INSELHOTEL Potsdam vergleichbaren, Schwesterhotels in Potsdam absolviert.

Warum sind Sie Koch geworden? War das Ihr Traumberuf?

Herr Schmidt: Nein, das hat sich erst im Laufe der Schulzeit herausgestellt. Ich habe in der elften Klasse ein paar Praktika in verschiedenen Bereichen absolviert. Dabei habe ich festgestellt, dass ich in der Gastronomie am besten aufgehoben bin. Es hat mir den größten Spaß bereitet.

Haben Sie schon vor der Ausbildung gerne und oft gekocht?

Herr Schmidt: Nein, ich habe zwar immer wieder mal mit der Familie und Freunden zusammen gekocht. Die Liebe und der Spaß zum und am Kochen kamen aber erst mit der Ausbildung. (lacht)

Das ist ja eigentlich sehr ungewöhnlich! Man hört doch meist die Geschichten von frühkindlicher Kochlust. Was reizt Sie denn am Kochen?

Herr Schmidt: Dieser Beruf ist wahnsinnig interessant. Hier ist jeder Tag anders. Es gibt kaum Wiederholungen. Mal bereite ich Buffets für Tagungsgäste, Hochzeiten, Imbisse oder Canapés für besondere Empfänge vor. Hier kann man sich richtig austoben.

Ist das ein Vorteil einer mittelgroßen Küche wie im INSELHOTEL Potsdam?

Herr Schmidt: Ja, auf jeden Fall. Wir haben unterschiedliche Gäste mit sehr unterschiedlichen Veranstaltungen. Hier kann man im À-la-carte-Bereich arbeiten, Buffets kreieren oder im Sommer auch mal draußen arbeiten – am Grill. Da stecken ganz unterschiedliche Arbeits- und Kochaufgaben hinter.

Erst wenn es in der Küche richtig heiß her geht, bereitet es einem Koch erst richtig Freude, oder?!

Herr Schmidt: Klar, das macht immer viel Spaß. Wenn alle an einem Strang ziehen und mitarbeiten, dann funktioniert das alles. Aber da muss man auch erst einmal reinwachsen. So etwas kann man nicht von Anfang an beherrschen.

Wie lange arbeiten Sie schon im INSELHOTEL Potsdam?

Herr Schmidt: Vier Jahre.

Wo haben Sie vorher gearbeitet?

Herr Schmidt: Ich war ein Jahr in Australien. Da habe ich allerdings nichts Gastronomisches gemacht. Das war eine bewusste Auszeit. Ich bin jetzt 10 Jahre als Koch tätig und habe bereits in Potsdam, Berlin, München, Stuttgart und der Schweiz gearbeitet.

Was reizt Sie noch? Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Herr Schmidt: (lacht) Jetzt bleibe ich erstmal in Potsdam. Ich mache mir gerade darüber keine Gedanken und möchte hierbleiben.

In einer Küche gibt es unterschiedliche Kochbereiche und Aufgaben. An welcher Position kochen Sie?

Herr Schmidt: Ich unterstütze meinen Küchenchef und übernehme, wenn er nicht da ist, seine Aufgaben (Sous-Chef). Dazu gehören die Kontrolle des Wareneinganges, die Aufstellung des Personals und das Kochgeschäft mit der Portionierung der Gerichte sowie das Abschmecken. Ansonsten bin ich im À-la-carte-Bereich [bezeichnet die freie Auswahl der Speisen aus der Speisekarte] zuständig und kümmere mich auch um Buffets. Das ist sehr abwechslungsreich. Ich arbeite gerne in verschiedenen Bereichen. Gerade wenn ich eine Zeit lang nur im À-la-carte-Bereich tätig war, kümmere ich mich besonders gern um spezielle Anfragen.

Sie kochen in einem sehr internationalen Team mit Kollegen aus Österreich, Syrien, Kamerun, Afghanistan, Ukraine und dem Kosovo. Wie ist das?

Herr Schmidt: Am Anfang war das für mich sehr ungewöhnlich. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und es bereitet mir keine Probleme. Und man muss ganz klar sagen, dass das die Zukunft sein wird und ja auch schon ist. Wir finden nicht mehr genügend junge Menschen, die sich für den Kochberuf interessieren. Somit wird es einfach internationaler.

Was essen/kochen Sie privat am liebsten?

Herr Schmidt: Pizza und Pasta (lacht) und ich mag liebend gern die asiatische Küche mit Sushi und gebackener Ente. Das ist aber etwas, was ich nicht zuhause unbedingt selber machen würde. Da mache ich lieber Antipasti oder ein leckeres Nudelgericht. Mein Herz schlägt auch für die Patisserie [bezeichnet den Bereich der Feinbäckerei, in dem vor allem Süßspeisen produziert werden]. Damit beschäftige ich mich gerne und suche auch immer wieder nach Inspirationen.

Suchen Sie in Ihrer Urlaubszeit besondere kulinarische Ziele auf?

Herr Schmidt: Ehrlich gesagt, blende ich das völlig aus. Wenn ich frei habe, dann denke ich nicht mehr an die Gastronomie und lege mir diesen Zwang nicht auf. Natürlich achte ich darauf, was und wo ich esse, aber das bestimmt nicht meine Urlaubsziele. Ich trenne das.

Ich habe gelesen, dass viele Auszubildende Ihre Ausbildung abbrechen. Ein Grund dafür könnte das einseitige Bild sein, dass Fernsehköche den Zuschauern suggerieren sowie auch fehlende Motivation. Was meinen Sie?

Herr Schmidt: Man muss natürlich bereit sein, Abstriche zu machen. Das heißt nun mal arbeiten, wenn andere meist frei haben oder auch am Wochenende und Feiertagen zu arbeiten. Die Arbeit in einer Küche ist anstrengend. Das ist sicher ein großer Nachteil für viele junge Leute, der abschreckt. Aber der Job bringt auch viel Freude. Ohne eine gewisse Leidenschaft dafür geht es jedoch nicht.

Was raten Sie jungen Menschen, die sich für den Kochberuf interessieren?

Herr Schmidt: Das ist ganz schwierig. Eine gewisse Leidenschaft oder Interesse am Kochen sollte man schon haben. Denn das Kochen, sollte einem Spaß bereiten. Das ist schließlich die Haupttätigkeit. Man braucht viel Disziplin, nicht nur um die Ausbildung zu schaffen, sondern auch im späteren Berufsleben. Nicht gleich aufgeben. Ich habe auch erst in der zweiten Küche, während meiner Ausbildungszeit, das Feuer und die Leidenschaft für diesen Beruf gefunden. Sicherlich hängt auch viel vom Ausbilder ab. Das kann man als junger Mensch immer schlecht steuern. Aber manchmal muss man sich auch mal durchbeißen. Erfahrungen machen einen reicher. Die Freude, dann später in einem funktionierenden Team etwas schaffen zu können, sollte der Antrieb sein – es macht einfach Spaß. So war es jedenfalls bei mir.

Was sind denn Ihre Lieblingsmomente in der Küche?

Herr Schmidt: Ich mag die Herausforderung (lacht), selbst wenn es heiß zugeht. Wenn das komplette Team perfekt zusammenspielt und wir einen turbulenten Abend gemeistert haben, ist das einfach toll. Das sage ich dann auch dem Team. Wir haben einen tollen Job gemacht und die Küche richtig gerockt. Auf der anderen Seite genieße ich auch die leisen Momente, wenn ich mich mal mit viel Zeit einem Buffet zuwenden kann. Wenn dann am Ende des Tages auch noch das positive Feedback vom Gast kommt, macht das den Tag perfekt und ist manchmal sogar besser als Geld (lacht). Das gibt uns als Küchenteam ein wunderbares Gefühl. Die ganze Arbeit, das Herzblut was wir versucht haben, zu übertragen, ist gut angekommen und hat den Gästen gefallen. Was will man mehr?!

Ist es das, wonach ein Koch sich sehnt?

Herr Schmidt: Ja, auf jeden Fall. Denn sind wir mal ganz ehrlich: Wer arbeitet denn jeden Tag mit gleich großer Freude? Es gibt immer Tage, da ist man vielleicht mal nicht so gut drauf oder alles läuft durcheinander. Das ist doch die Herausforderung, es dann trotzdem gut zu machen. Somit ist das Lob des Gastes, unser Lohn und für uns die perfekte Bestätigung nach einem anstrengenden Tag.

 

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